Ratgeber · Kosten

Was kostet ein Livestream? Die ehrliche Rechnung

Zwischen „kostenlos mit dem Handy" und „fünfstellig mit Übertragungswagen" liegt die Wahrheit – und sie hängt fast nur von einer Frage ab: Wer macht die Arbeit? Hier die drei Wege mit echten Zahlen, inklusive der Kosten, über die niemand gern spricht.

3 Wege verglichenVersteckte Kosten benanntRechenbeispiel VereinPlattformen kosten 0 €

Vorweg das, was nichts kostet: die Plattform. YouTube, Twitch, Facebook & Co. übertragen deinen Stream gratis an beliebig viele Zuschauer – Reichweite war noch nie so billig. Alle echten Kosten stecken in der Produktion: Kameras, Ton, Bildregie und den Händen, die das bedienen.

Deshalb rechnen wir die drei Wege durch, die dir offenstehen: Produktion einkaufen, klassische Technik anschaffen – oder die Geräte nutzen, die du schon besitzt.

Die drei Wege im Vergleich

  1. 01

    Weg 1: Dienstleister buchen

    Ein professionelles Team bringt Kameras, Regie und Personal mit. Je nach Umfang liegt ein einzelner Übertragungstag typischerweise im vierstelligen Bereich – für regelmäßige Formate (jeden Sonntag, jedes Heimspiel) summiert sich das schnell auf ein Vielfaches pro Jahr. Sinnvoll für das eine große Event, unbezahlbar als Dauerlösung.

  2. 02

    Weg 2: Klassische Technik kaufen

    Kameras, Video-Mischer, Encoder, Kabel, Stative – ein solides Mehrkamera-Setup kostet in der Anschaffung mehrere tausend Euro. Dazu kommt der unterschätzte Teil: die Einarbeitung, und die Person, die an jedem Termin alles aufbaut, verkabelt und bedient.

  3. 03

    Weg 3: Die Geräte, die du schon hast

    iPhones als Kameras (auch ausrangierte ab iPhone 11), eine App als Regie, Studio und Encoder in einem. Anschaffung: Stative und ein Mikrofon, zusammen unter 200 €. Laufend: das App-Abo zwischen 9,99 € (eine Kamera) und 49,99 € (komplette TV-Regie mit 9 Kameras) pro Monat – jederzeit kündbar, also nur in den Monaten, in denen du streamst.

  4. 04

    Die versteckten Kosten – bei jedem Weg

    Internet am Veranstaltungsort (ca. 5 Mbit/s Upload – meist reicht Mobilfunk), Strom bzw. Powerbanks, und die ehrlichste Position: die Zeit der Menschen, die es machen. Der größte Kostenhebel ist deshalb Bedienbarkeit – Technik, die Ehrenamtliche in Minuten lernen, statt Profis zu brauchen.

  5. 05

    Rechenbeispiel: eine Saison im Verein

    15 Heimspiele übertragen. Dienstleister: vierstellig pro Spieltag – realistisch nie. Eigene Technik: mehrere tausend Euro plus ein Technik-Team. Smartphone-Weg: vorhandene iPhones + 6 Monate PRO-Abo (rund 180 €) + einmalig ~150 € für Stative, Halterungen und Powerbanks. Gesamtkosten der Saison: unter 350 €.

Die Kosten auf einen Blick

  • Plattform (YouTube & Co.): 0 € – Reichweite kostet nichts
  • Dienstleister: typischerweise vierstellig pro Übertragungstag
  • Klassische Mehrkamera-Technik: mehrere tausend Euro Anschaffung + Bedienpersonal
  • Smartphone-Setup: vorhandene iPhones + ~150–200 € Zubehör + Abo 9,99–49,99 €/Monat (kündbar)
  • Bei allen Wegen: Upload ca. 5 Mbit/s am Ort, Strom/Powerbanks, Zeit der Beteiligten

FAQ

Kostet das Streamen auf YouTube etwas?
Nein. YouTube, Twitch, Facebook, Instagram und TikTok übertragen deinen Stream kostenlos, an beliebig viele Zuschauer. Bezahlt wird immer nur die Produktion – nie die Verbreitung.
Brauche ich teure Kameras für gute Qualität?
Nein. Aktuelle iPhones filmen in einer Qualität, für die vor wenigen Jahren Profi-Kameras nötig waren – als Zusatzkameras funktionieren sogar ausrangierte Geräte ab iPhone 11. Wichtiger als eine vierte Kamera ist fast immer: gutes Licht und ein Mikrofon.
Was ist mit den laufenden Kosten?
Beim Smartphone-Weg: das Abo (9,99–49,99 €/Monat, jederzeit kündbar – ein Verein zahlt nur während der Saison) und ggf. Mobilfunk-Datenvolumen. Es gibt keine Kosten pro Zuschauer und keine Kosten pro Übertragung.
Ab wann lohnt sich ein Dienstleister?
Für das eine, große, unwiederholbare Event mit hohen Ansprüchen – eine Jubiläumsgala, ein Festakt. Für alles Regelmäßige (Gottesdienste, Spiele, Formate) übersteigen Dienstleisterkosten jedes Budget; dort gewinnt Technik, die das eigene Team bedienen kann.
Wie viel Personal braucht ein Livestream?
Mit vorbereitetem Show-Ablauf und automatischem Bildschnitt (AutoCut): eine Person, die sich durch den Ablauf tippt. Bei größeren Produktionen: eine zweite an der Regie. Der Vergleich: Klassische Mehrkamera-Technik braucht pro Kamera eine Hand plus Bildmischer.

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